Beschwerden & Behandlung
Arthrose: Warum Bewegung den Gelenken guttut
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Bei Arthrose ist Bewegung ein wichtiger Teil der Behandlung. Wir erklären, warum aktive Übungen helfen können, welche Bewegung sich eignet und wie Physiotherapie unterstützt.
Arthrose ist ein Verschleiß des Gelenkknorpels. Leitlinien empfehlen Bewegung und gezielte Übungen als Grundlage der Behandlung. Bewegung kann Schmerzen lindern, die Beweglichkeit erhalten und die Muskulatur stärken, die das Gelenk stützt.
Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung. Besonders oft sind Knie, Hüfte und Hände betroffen. Typisch sind Anlaufschmerzen am Morgen oder nach längerem Sitzen, Steifigkeit und Schmerzen bei Belastung. Viele Betroffene schonen ihr Gelenk deshalb – doch gerade Bewegung kann helfen.
Was bei Arthrose im Gelenk passiert
Der Knorpel überzieht die Gelenkflächen wie ein Stoßdämpfer. Bei Arthrose wird er dünner und rauer. Der Knochen darunter verändert sich, und die Gelenkkapsel kann sich entzünden. Der Knorpel hat keine eigenen Blutgefäße. Er wird über die Gelenkflüssigkeit ernährt – und dafür braucht er den Wechsel aus Belastung und Entlastung, also Bewegung.
Warum Bewegung hilft
Die Leitlinie zur Kniegelenksarthrose und internationale Empfehlungen nennen Bewegungstherapie und Muskelkräftigung als zentrale Bausteine der Behandlung. Eine kräftige Muskulatur entlastet das Gelenk und gibt Stabilität. Regelmäßige Bewegung kann Schmerzen verringern und die Beweglichkeit verbessern. Auch eine Gewichtsabnahme bei Übergewicht kann die Gelenke entlasten.
Welche Bewegung eignet sich?
Radfahren – auch auf dem Heimtrainer – bewegt das Knie gleichmäßig ohne Stöße.
Schwimmen und Wassergymnastik entlasten die Gelenke durch den Auftrieb.
Spazierengehen und Nordic Walking in angepasstem Tempo.
Kräftigungsübungen für Oberschenkel, Hüfte und Rumpf.
Weniger geeignet sind Sportarten mit abrupten Stopps, Sprüngen und Drehbewegungen. Wichtiger als die Sportart ist aber, dass Sie regelmäßig aktiv sind und Freude daran haben.
Drei Übungen für das Knie
Knie strecken im Sitzen: Auf einem Stuhl sitzend ein Bein langsam strecken, kurz halten, absenken. Je Bein zehnmal.
Aufstehen vom Stuhl: langsam aufstehen und wieder setzen, wenn möglich ohne Hände. Zehnmal.
Brücke: In Rückenlage mit angewinkelten Beinen das Becken anheben und wieder absenken. Zehnmal.
Ein leichter Schmerz während der Übung, der rasch wieder abklingt, ist meist unbedenklich. Nimmt der Schmerz deutlich zu oder hält er bis zum nächsten Tag an, reduzieren Sie die Belastung und sprechen Sie uns an.
Wie Physiotherapie unterstützt
In der Krankengymnastik stellen wir ein Übungsprogramm zusammen, das zu Ihrem Gelenk und Alltag passt. Mit Manueller Therapie können wir eingeschränkte Gelenke sanft mobilisieren. Wärmetherapie kann steife Gelenke vor den Übungen lockern; bei einem akut entzündeten Gelenk ist eher Kältetherapie angenehm.
So gehen wir bei Arthrose vor
Wir fragen nach Ihren Beschwerden im Alltag und nach Bewegungen, die Sie gern wieder ohne Einschränkung machen möchten. Danach untersuchen wir Beweglichkeit, Kraft und Gangbild und besprechen, welche Bewegungsform zu Ihnen passt.
In der Behandlung kombinieren wir Kräftigung, Beweglichkeitsübungen und bei Bedarf Manuelle Therapie. Sie erhalten ein Programm für zu Hause, das wir im Verlauf anpassen.
Gerade bei Arthrose zahlt sich Geduld aus. Kraft und Beweglichkeit verändern sich über Wochen, nicht über Tage. Deshalb planen wir mit Ihnen realistische Zwischenziele, zum Beispiel eine längere Strecke ohne Pause zu gehen oder wieder bequem in die Hocke zu kommen. Erreichte Ziele halten wir fest, damit Sie Ihre Fortschritte sehen.
Bewegung trotz Schmerzen dosieren
Viele Menschen mit Arthrose fragen sich, wie viel Bewegung richtig ist. Eine einfache Orientierung: Leichte Beschwerden während der Übung, die innerhalb von ein bis zwei Stunden wieder abklingen, sind meist unbedenklich. Sind die Schmerzen am nächsten Tag deutlich stärker, war es zu viel – dann reduzieren Sie die Belastung beim nächsten Mal.
Hilfreich ist ein Bewegungstagebuch: Notieren Sie, welche Übungen Sie gemacht haben und wie es dem Gelenk danach ging. So finden Sie Schritt für Schritt Ihr persönliches Maß.
Gelenkfreundlich im Alltag
Wechseln Sie zwischen Sitzen, Stehen und Gehen.
Tragen Sie gut gedämpfte, bequeme Schuhe.
Nutzen Sie bei Bedarf einen Gehstock auf der gesunden Seite.
Begriffe einfach erklärt
Arthrose: Verschleiß des Gelenkknorpels mit Schmerzen und Bewegungseinschränkung.
Gonarthrose: Arthrose im Kniegelenk.
Coxarthrose: Arthrose im Hüftgelenk.
Anlaufschmerz: Schmerz bei den ersten Schritten nach einer Ruhephase.
Häufige Irrtümer
„Bewegung nutzt das Gelenk weiter ab.“ Angepasste Bewegung ist für den Knorpel wichtig und wird ausdrücklich empfohlen.
„Wenn es weh tut, muss ich aufhören.“ Ein leichter, kurz anhaltender Schmerz ist bei Übungen meist kein Grund zur Sorge.
„Am Ende hilft nur eine Operation.“ Viele Menschen kommen mit Bewegung, Kräftigung und weiteren Maßnahmen lange gut zurecht.
Das Wichtigste in Kürze
Bewegung und Kräftigung sind Grundpfeiler der Arthrosebehandlung.
Gelenkschonende Sportarten wie Radfahren und Schwimmen eignen sich gut.
Leichte Schmerzen bei Übungen sind meist unbedenklich.
Physiotherapie hilft, das passende Programm zu finden.
Häufig gestellte Fragen
Ist Physiotherapie bei Arthrose auf Rezept möglich?
Ja, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Krankengymnastik oder Manuelle Therapie verordnen. Wie die Verordnung funktioniert, lesen Sie in Heilmittelverordnung verstehen.
Wie oft sollte ich mich bewegen?
Am besten täglich. Die WHO empfiehlt Erwachsenen wöchentlich mindestens 150 Minuten moderate Bewegung und an zwei Tagen Muskelkräftigung, angepasst an die eigenen Möglichkeiten.
Was mache ich an schlechten Tagen?
Bleiben Sie in Bewegung, aber weniger intensiv. Kurze Spaziergänge und sanfte Bewegungsübungen sind meist besser als vollständige Ruhe.
Hilft Abnehmen bei Kniearthrose?
Bei Übergewicht kann eine Gewichtsabnahme die Kniegelenke entlasten. Bewegung und eine ausgewogene Ernährung unterstützen dabei.
Was ist der Unterschied zwischen Arthrose und Arthritis?
Arthrose ist ein Verschleiß des Gelenkknorpels. Arthritis bezeichnet eine Entzündung des Gelenks, zum Beispiel bei rheumatoider Arthritis. Bei einer aktivierten Arthrose kann das Gelenk aber zeitweise auch entzündet sein.
Sind Treppen bei Arthrose schädlich?
Treppensteigen ist eine wichtige Alltagsbewegung und meist nicht schädlich. Nutzen Sie das Geländer und gehen Sie in Ihrem Tempo.
Quellen und weiterführende Informationen
Sie haben Fragen zu Arthrose und Bewegung oder eine Verordnung erhalten? Rufen Sie uns an unter 01523 1607701 oder senden Sie eine Terminanfrage. Wir beraten Sie gern in unserer Praxis in Quakenbrück.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Verordnung.