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Rezept & Kasse

Lymphdrainage bei Lipödem: Rezept und Häufigkeit

5 Min. Lesezeit

Kompressionsstrümpfe und Hautpflege auf der Liege

Bei einem Lipödem kann Manuelle Lymphdrainage Teil der Behandlung sein. Wir erklären, wie Sie ein Rezept bekommen, wie oft behandelt wird und was Sie selbst tun können.

Bei einem Lipödem kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Manuelle Lymphdrainage verordnen. Wie oft behandelt wird, steht auf der Verordnung. Kompression, Bewegung und Hautpflege gehören fest dazu. Die Lymphdrainage ist ein Baustein, kein Ersatz für die ärztliche Behandlung.

Ein Lipödem ist eine Erkrankung des Fettgewebes. Es tritt fast nur bei Frauen auf. Meist sind beide Beine gleichmäßig betroffen, manchmal auch die Arme. Typisch sind Spannungsgefühl, Druckschmerz und eine Neigung zu blauen Flecken. Viele Frauen mit Lipödem fragen sich: Bekomme ich Lymphdrainage auf Rezept? Und wie oft? In diesem Beitrag erklären wir die wichtigsten Punkte einfach und Schritt für Schritt.

Was ist ein Lipödem?

Beim Lipödem vermehrt sich das Fettgewebe an bestimmten Körperstellen. Häufig betrifft das Hüften, Oberschenkel und Unterschenkel. Die Füße bleiben dagegen meist schlank. Die Veränderung ist symmetrisch, also auf beiden Seiten ähnlich. Die Ursache ist noch nicht vollständig geklärt. Hormone und Veranlagung spielen vermutlich eine Rolle.

Wichtig: Ein Lipödem ist etwas anderes als ein Lymphödem. Beim Lymphödem staut sich Flüssigkeit, weil der Lymphabfluss gestört ist. Beim Lipödem steht das Fettgewebe im Vordergrund. Beide Erkrankungen können aber zusammen auftreten. Die Diagnose stellt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, zum Beispiel in der Hausarztpraxis, in der Gefäßmedizin oder in der Dermatologie.

Lymphdrainage auf Rezept

Für Manuelle Lymphdrainage zulasten der gesetzlichen Krankenkasse brauchen Sie eine ärztliche Heilmittelverordnung. Grundlage ist die Heilmittel-Richtlinie. Auf der Verordnung stehen unter anderem:

  • die Diagnose und das Behandlungsziel,

  • das Heilmittel, zum Beispiel Manuelle Lymphdrainage mit 30, 45 oder 60 Minuten,

  • die Anzahl der Behandlungen,

  • die empfohlene Frequenz, also wie oft pro Woche behandelt wird,

  • ob zusätzlich eine Kompressionsbandagierung verordnet ist.

Die Behandlung sollte in der Regel innerhalb von 28 Tagen nach Ausstellung beginnen. Rufen Sie uns deshalb am besten direkt an, wenn Sie Ihr Rezept haben. Wie die Verordnung aufgebaut ist, lesen Sie im Beitrag Heilmittelverordnung verstehen. Als Erwachsene zahlen Sie die gesetzliche Zuzahlung, sofern keine Befreiung besteht. Mehr dazu im Beitrag Zuzahlung bei Physiotherapie.

Wie oft wird behandelt?

Eine feste Zahl für alle gibt es nicht. Die Häufigkeit richtet sich nach Ihren Beschwerden und nach dem, was Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verordnet. Manche Frauen bekommen die Lymphdrainage ein- bis zweimal pro Woche über einen längeren Zeitraum. Andere erhalten sie in Phasen, in denen die Beschwerden stärker sind. Ob eine weitere Verordnung sinnvoll ist, entscheidet die Arztpraxis.

Sprechen Sie bei der Ärztin oder dem Arzt offen an, wie es Ihnen im Alltag geht. Notieren Sie zum Beispiel, wann das Spannungsgefühl zunimmt, etwa bei Hitze, nach langem Stehen oder am Abend. Diese Notizen helfen bei der Entscheidung.

Was die Lymphdrainage leisten kann

Die Manuelle Lymphdrainage ist eine sanfte Behandlung mit langsamen, kreisenden Griffen. Sie soll den Abtransport von Gewebsflüssigkeit anregen. Viele Frauen mit Lipödem empfinden sie als entlastend, weil sich das Spannungs- und Druckgefühl verringern kann. Das vermehrte Fettgewebe selbst verschwindet durch die Lymphdrainage nicht. Sie ist also keine Methode zum Abnehmen und kein Ersatz für andere Behandlungen.

Wie eine Behandlung abläuft, erklären wir ausführlich im Beitrag Manuelle Lymphdrainage: Ablauf und auf der Seite Manuelle Lymphdrainage.

Kompression, Bewegung und Hautpflege

Beim Lipödem ist die Kompression ein zentraler Baustein. Flachgestrickte Kompressionsstrümpfe werden nach Maß angepasst und von der Ärztin oder dem Arzt verordnet. Sie geben dem Gewebe Halt und können Spannungsgefühle verringern.

Bewegung, die guttut

Bewegung mit Kompression unterstützt die Muskelpumpe in den Beinen. Besonders gelenkschonend sind:

  • Gehen und Nordic Walking,

  • Radfahren oder Heimtrainer,

  • Schwimmen und Aquagymnastik, hier wirkt der Wasserdruck wie eine natürliche Kompression,

  • Übungen für die Waden im Sitzen, zum Beispiel Fußwippen.

Beginnen Sie langsam und steigern Sie sich in kleinen Schritten. In der Krankengymnastik zeigen wir Ihnen Übungen, die Sie zu Hause fortführen können.

Pflege der Haut

Die Haut unter Kompressionsstrümpfen braucht Pflege. Cremen Sie die Beine abends mit einer milden, rückfettenden Lotion ein. Achten Sie auf kleine Verletzungen und lassen Sie die Strümpfe regelmäßig überprüfen.

Wann Sie zum Arzt sollten

Lassen Sie neue oder veränderte Beschwerden immer ärztlich abklären. Das gilt besonders, wenn:

  • ein Bein plötzlich dicker, rot, warm oder schmerzhaft wird,

  • die Schwellung nur auf einer Seite auftritt,

  • auch die Füße stark anschwellen,

  • Sie Atemnot oder Brustschmerzen haben, dann rufen Sie den Rettungsdienst unter 112.

Solche Zeichen können auf andere Ursachen hinweisen, etwa eine Thrombose. Mehr über geschwollene Beine lesen Sie im Beitrag Geschwollene Beine im Alter.

Wie wir Sie in Quakenbrück unterstützen

In unserer Praxis am Heckenweg 1 behandeln wir Sie mit Manueller Lymphdrainage nach ärztlicher Verordnung. Ein Treppenlift bringt Sie ins Obergeschoss. Wir besprechen mit Ihnen, wie Sie Kompression und Bewegung gut in den Alltag einbauen. Ist ein Hausbesuch verordnet, kommen wir in Quakenbrück und Umgebung auch zu Ihnen nach Hause.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Lipödem ist eine Erkrankung des Fettgewebes, meist an beiden Beinen.

  • Lymphdrainage gibt es auf ärztliche Verordnung, die Häufigkeit steht auf dem Rezept.

  • Lymphdrainage kann das Spannungsgefühl verringern, sie ist aber keine Methode zum Abnehmen.

  • Kompression, Bewegung und Hautpflege gehören dazu.

  • Plötzliche, einseitige oder starke Schwellungen bitte sofort ärztlich abklären lassen.

Häufig gestellte Fragen

Bekomme ich bei Lipödem Lymphdrainage auf Rezept?

Ja, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sie für medizinisch sinnvoll hält. Sie erhalten dann eine Heilmittelverordnung, mit der Sie einen Termin bei uns vereinbaren können.

Wie oft pro Woche bekomme ich Lymphdrainage?

Das legt die Verordnung fest. Häufig sind es ein bis zwei Behandlungen pro Woche. Die genaue Frequenz hängt von Ihren Beschwerden ab.

Muss ich nach der Lymphdrainage Kompression tragen?

Meist ja. Die Kompression hilft, das Ergebnis der Behandlung im Alltag zu halten. Was für Sie richtig ist, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Kann ich mit Lipödem Sport machen?

Ja, gelenkschonende Bewegung ist meist gut geeignet. Wasser, Radfahren und Gehen sind beliebte Möglichkeiten. Beginnen Sie langsam.

Quellen und weiterführende Informationen

Sie haben eine Verordnung für Lymphdrainage oder Fragen zum Lipödem? Rufen Sie uns an unter 01523 1607701 oder senden Sie eine Terminanfrage.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Verordnung.

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