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Beschwerden & Behandlung

Schulterschmerzen: Ursachen und wie Physiotherapie helfen kann

5 Min. Lesezeit

Manuelle Therapie: sanfte Mobilisation der Schulter

Schulterschmerzen sind häufig und haben viele Ursachen. Wir erklären verständlich, was hinter Impingement und Schultersteife steckt und wie Bewegung helfen kann.

Schulterschmerzen sind sehr häufig. Oft stecken gereizte Sehnen oder eine eingeschränkte Beweglichkeit dahinter. Viele Beschwerden bessern sich mit der Zeit. Angepasste Bewegung hilft meist mehr als ein komplett ruhiggestellter Arm.

Die Schulter ist das beweglichste Gelenk des Körpers. Wir heben damit den Arm über den Kopf, greifen nach hinten und tragen Lasten. Diese große Freiheit hat einen Preis: Das Gelenk wird vor allem von Muskeln und Sehnen gehalten. Werden sie überlastet oder gereizt, entstehen schnell Beschwerden. Typisch sind Schmerzen beim Anziehen, beim Kämmen oder nachts beim Liegen auf der Seite.

Häufige Ursachen von Schulterschmerzen

Eine genaue Diagnose stellt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Zwei Ursachen kommen aber besonders oft vor. Wir erklären sie hier vereinfacht.

Impingement: wenn es unter dem Schulterdach eng wird

Das Wort Impingement kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie Einklemmung. Unter dem Schulterdach verlaufen Sehnen und ein Schleimbeutel. Beim Heben des Arms wird der Raum dort enger. Sind die Sehnen gereizt oder geschwollen, kann es dabei schmerzen. Typisch ist ein Schmerz, wenn Sie den Arm seitlich etwa auf Schulterhöhe heben.

Oft spielen mehrere Dinge zusammen. Dazu gehören häufige Arbeit über Kopf, eine schwache Schultermuskulatur oder eine gebeugte Haltung. Mit gezielten Übungen lässt sich die Arbeit der Muskeln oft verbessern.

Schultersteife: die „eingefrorene Schulter“

Bei der Schultersteife entzündet sich die Gelenkkapsel und zieht sich zusammen. Im Englischen heißt sie Frozen Shoulder. Die Schulter wird dabei langsam immer steifer. Am Anfang stehen oft starke Schmerzen, auch in Ruhe und nachts. Später lässt der Schmerz nach, doch die Bewegung bleibt eingeschränkt. Die Schultersteife verläuft meist langsam und braucht Geduld. Bei vielen Menschen bessert sie sich aber mit der Zeit.

Weitere Ursachen

Auch Verletzungen der Sehnen, Arthrose im Schultergelenk, Kalkablagerungen oder Beschwerden aus der Halswirbelsäule können Schulterschmerzen auslösen. Deshalb ist eine ärztliche Abklärung wichtig, wenn die Beschwerden länger bleiben.

Warnzeichen: Wann Sie sofort handeln sollten

Nicht jeder Schmerz in der Schulter kommt von der Schulter. Schmerzen in der linken Schulter oder im linken Arm können ein Zeichen für einen Herzinfarkt sein. Das gilt besonders, wenn gleichzeitig Atemnot, Druck oder Enge in der Brust, kalter Schweiß oder Übelkeit auftreten. Rufen Sie dann sofort den Rettungsdienst unter 112. Warten Sie nicht ab.

Ärztlich abklären lassen sollten Sie außerdem:

  • Schulterschmerzen nach einem Sturz oder Unfall

  • einen Arm, den Sie plötzlich kaum noch heben können

  • Fieber, Rötung oder eine heiße, geschwollene Schulter

  • Kribbeln oder Taubheit im Arm oder in der Hand

  • Beschwerden, die über mehrere Wochen nicht besser werden

Bewegung statt Schonung

Wer Schulterschmerzen hat, hält den Arm oft instinktiv still. Kurzfristig kann das entlasten. Auf Dauer wird die Schulter dadurch aber steifer und die Muskeln schwächer. Meist ist es besser, den Arm im schmerzarmen Bereich weiter zu nutzen. Vermeiden Sie für einige Zeit nur die Bewegungen, die deutlich wehtun.

Drei sanfte Übungen zum Einstieg

Führen Sie die Übungen langsam aus. Ein leichtes Ziehen ist in Ordnung, ein stechender Schmerz nicht. Sprechen Sie neue Übungen am besten vorher mit uns oder Ihrer Ärztin ab.

  1. Pendeln: Stützen Sie sich mit der gesunden Hand am Tisch ab. Lassen Sie den schmerzenden Arm locker hängen. Bewegen Sie ihn in kleinen Kreisen. Etwa eine Minute.

  2. Schulterblätter zusammen: Setzen Sie sich aufrecht hin. Ziehen Sie die Schulterblätter sanft nach hinten unten. Kurz halten, dann lösen. Zehnmal.

  3. Hände an der Wand: Stellen Sie sich vor eine Wand. Lassen Sie die Finger langsam nach oben wandern, so weit es angenehm ist. Zehnmal.

Wärme oder Kälte bei Schulterschmerzen?

Bei frischen, akuten Beschwerden nach Überlastung empfinden viele Menschen Kälte als wohltuend. Kühlen Sie nie direkt mit Eis auf der Haut, sondern legen Sie ein Tuch dazwischen. Bei verspannter Muskulatur und länger bestehenden Beschwerden ist Wärme oft angenehmer. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Wärme oder Kälte?.

Wie Physiotherapie bei Schulterschmerzen unterstützt

Am Anfang steht eine genaue Untersuchung. Wir prüfen, welche Bewegungen eingeschränkt sind und welche Muskeln schwach arbeiten. Danach planen wir die Behandlung gemeinsam mit Ihnen.

  • [Krankengymnastik](/leistungen/krankengymnastik): gezielte Übungen für die Muskeln um Schulter und Schulterblatt.

  • [Manuelle Therapie](/leistungen/manuelle-therapie): sanfte Grifftechniken, die steife Gelenke wieder beweglicher machen können.

  • [Wärmetherapie](/leistungen/waermetherapie) oder [Kältetherapie](/leistungen/kaeltetherapie): ergänzend, je nach Phase und Empfinden.

Oft hängen Schulter und Nacken eng zusammen. Wer viel am Schreibtisch sitzt, findet zusätzliche Tipps im Beitrag Nackenschmerzen am Schreibtisch.

Schulterschmerzen im Alltag vorbeugen

Viele Beschwerden entstehen durch Belastungen, die sich über Wochen summieren. Kleine Änderungen im Alltag können die Schulter entlasten. Wichtig ist eine gute Mischung aus Bewegung und Pausen.

  • Arbeiten Sie nicht lange am Stück über Kopf. Nutzen Sie lieber eine Leiter oder einen Tritt.

  • Tragen Sie schwere Taschen nah am Körper und wechseln Sie die Seite.

  • Richten Sie Bildschirm und Tastatur so ein, dass die Schultern locker bleiben.

  • Bewegen Sie Arme und Schultern mehrmals am Tag, etwa mit lockerem Kreisen.

  • Kräftigen Sie die Muskeln zwischen den Schulterblättern regelmäßig.

Haben Sie schon einmal Schulterschmerzen gehabt, lohnt es sich, die Übungen aus der Therapie beizubehalten. Wenige Minuten an einigen Tagen der Woche reichen oft aus.

Wie wir Sie in Quakenbrück unterstützen

In unserer Praxis in Quakenbrück behandeln wir Schulterbeschwerden auf ärztliche Verordnung. Wir nehmen uns Zeit für die Untersuchung und erklären Ihnen, was wir tun. Sie erhalten Übungen, die in Ihren Alltag passen, ob im Büro, in der Werkstatt oder bei der Gartenarbeit im Artland. Die Praxis im Obergeschoss erreichen Sie bequem über einen Treppenlift.

Das Wichtigste in Kürze

  • Schulterschmerzen sind häufig und bessern sich oft mit der Zeit.

  • Impingement und Schultersteife gehören zu den häufigen Ursachen.

  • Angepasste Bewegung ist meist besser als völlige Schonung.

  • Schmerzen links mit Atemnot oder Brustdruck: sofort 112 rufen.

  • Physiotherapie verbindet Übungen, Manuelle Therapie und Wärme oder Kälte.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauern Schulterschmerzen?

Das hängt stark von der Ursache ab. Gereizte Sehnen bessern sich oft in einigen Wochen. Eine Schultersteife braucht dagegen meist deutlich länger.

Darf ich auf der schmerzenden Schulter schlafen?

Viele Menschen empfinden das als unangenehm. Probieren Sie, auf dem Rücken oder auf der anderen Seite zu liegen. Ein Kissen unter dem Arm kann entlasten.

Brauche ich ein MRT?

Ob eine Bildgebung nötig ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Oft reicht zunächst eine körperliche Untersuchung.

Quellen und weiterführende Informationen

Sie haben Fragen zu Schulterschmerzen oder eine Verordnung erhalten? Rufen Sie uns an unter 01523 1607701 oder senden Sie eine Terminanfrage. Wir freuen uns auf Sie in unserer Praxis in Quakenbrück.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Verordnung.

Physiotherapie im Zentrum QuakenbrückHeckenweg 1, 49610 Quakenbrück01523 1607701Montag – Freitag · 08:30 – 13:00 · 15:00 – 18:30Route planen © OpenStreetMap

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