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Beschwerden & Behandlung

Leben mit Lymphödem: Was im Alltag hilft

5 Min. Lesezeit

Manuelle Lymphdrainage am Unterschenkel

Ein Lymphödem begleitet viele Menschen dauerhaft. Mit Kompression, guter Hautpflege und Bewegung lässt sich der Alltag oft gut gestalten.

Ein Lymphödem ist eine Schwellung, weil Lymphflüssigkeit nicht gut abfließt. Es lässt sich meist nicht ganz beseitigen. Mit Behandlung und eigenen Gewohnheiten können Sie die Schwellung aber oft gut im Griff behalten.

Die Lymphe ist eine klare Flüssigkeit im Gewebe. Feine Gefäße bringen sie zurück in den Blutkreislauf. Ist dieser Abfluss gestört, staut sich die Flüssigkeit. Arm oder Bein schwellen an und fühlen sich schwer an. Das kann angeboren sein. Häufiger entsteht ein Lymphödem nach einer Operation oder Bestrahlung, wenn Lymphknoten entfernt oder geschädigt wurden.

Wie die Manuelle Lymphdrainage selbst abläuft, erklären wir in einem eigenen Beitrag. Hier geht es um die Frage: Was können Sie zwischen den Terminen tun?

Die Entstauungstherapie in einfachen Worten

Fachleute sprechen von der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie, kurz KPE. Das klingt kompliziert. Gemeint ist eine Behandlung aus mehreren Bausteinen, die zusammen wirken. Kein Baustein reicht allein.

  • Manuelle Lymphdrainage: sanfte Griffe auf der Haut, die den Lymphfluss anregen.

  • Kompression: Bandagen oder Strümpfe, die das Gewebe von außen stützen.

  • Hautpflege: gesunde Haut schützt vor Entzündungen.

  • Bewegung: Muskeln wirken wie eine Pumpe für die Lymphe.

  • Selbstbehandlung: Sie lernen, was Sie selbst tun können.

Die Behandlung hat meist zwei Phasen. Zuerst geht es darum, die Schwellung zu verringern. Dann soll der erreichte Zustand erhalten bleiben. In der zweiten Phase sind Ihre Alltagsgewohnheiten besonders wichtig.

Kompression: der wichtigste Begleiter

Nach der Lymphdrainage kann sich das Gewebe wieder füllen. Die Kompression hält das Ergebnis fest. Deshalb ist sie bei einem Lymphödem so wichtig. Meist wird ein flachgestrickter Kompressionsstrumpf nach Maß verordnet. Er ist fester als ein normaler Stützstrumpf.

  • Ziehen Sie den Strumpf morgens an, wenn die Schwellung noch gering ist.

  • Gummihandschuhe oder eine Anziehhilfe erleichtern das Anziehen.

  • Drückt oder schnürt der Strumpf ein, sprechen Sie mit dem Sanitätshaus oder Ihrer Ärztin.

  • Waschen Sie den Strumpf nach Anleitung. So bleibt die Kompression erhalten.

Hautpflege bei Lymphödem

Die Haut über einem Lymphödem ist oft trocken und empfindlich. Kleine Risse können Keimen den Weg öffnen. Eine gute Pflege ist deshalb mehr als Kosmetik.

  • Cremen Sie die Haut täglich mit einer milden, rückfettenden Pflege ein, am besten abends.

  • Trocknen Sie Hautfalten und Zehenzwischenräume gut ab.

  • Tragen Sie bei Gartenarbeit Handschuhe, wenn der Arm betroffen ist.

  • Vermeiden Sie Verletzungen, Insektenstiche und Sonnenbrand so gut es geht.

  • Versorgen Sie kleine Wunden sofort und beobachten Sie sie.

Bewegung als Lymphpumpe

Wenn Muskeln arbeiten, drücken sie auf die Lymphgefäße. Das hilft der Flüssigkeit beim Abfließen. Bewegung mit angelegter Kompression ist darum besonders wirksam. Geeignet sind gleichmäßige, ruhige Bewegungen.

  • Spazierengehen und Radfahren, etwa auf den flachen Wegen im Artland

  • Schwimmen und Wassergymnastik, denn das Wasser drückt sanft von außen

  • Fuß- und Handkreisen, Zehen und Finger bewegen, mehrmals am Tag

  • tiefes Atmen in den Bauch, denn auch die Atmung bewegt die Lymphe

Schwere Lasten und ruckartige Bewegungen sind nicht verboten. Steigern Sie aber langsam und achten Sie auf Ihr Gefühl. Wird die Schwellung nach einer Tätigkeit stärker, war es vielleicht zu viel.

Reisen, Hitze und lange Sitzen

Wärme weitet die Gefäße. Dann kann mehr Flüssigkeit ins Gewebe gelangen. Viele Menschen mit Lymphödem merken das im Sommer deutlich. Auch lange Fahrten im Auto, im Bus oder im Flugzeug können die Schwellung verstärken.

  • Tragen Sie Ihre Kompression auch auf Reisen.

  • Stehen Sie bei langen Fahrten regelmäßig auf oder bewegen Sie Füße und Hände.

  • Trinken Sie ausreichend, auch wenn es Ihnen schwerfällt.

  • Meiden Sie heiße Bäder, Sauna und pralle Mittagssonne.

  • Nehmen Sie bei Fernreisen Pflegemittel und ein kleines Wundset mit.

Kleidung, Schlaf und Gewicht

Auch kleine Dinge im Alltag spielen eine Rolle. Enge Bündchen, Gürtel oder Ringe können den Abfluss behindern. Wählen Sie lieber weite Kleidung und weiche Bündchen. Bei einem Lymphödem am Arm tragen Sie Taschen besser auf der anderen Seite.

Nachts hilft es vielen Menschen, Arm oder Bein leicht erhöht zu lagern. Ein Kissen reicht oft schon. Ob Sie nachts eine Kompression tragen sollen, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Übergewicht kann ein Lymphödem verstärken. Das Fettgewebe drückt auf die Lymphgefäße. Eine ausgewogene Ernährung und Bewegung helfen, das Gewicht stabil zu halten. Eine besondere Diät gegen das Lymphödem gibt es nicht.

Auch die Seele zählt

Ein dauerhaft geschwollenes Bein oder ein dicker Arm kann belasten. Manche Menschen schämen sich oder ziehen sich zurück. Sprechen Sie darüber, mit Angehörigen, Ihrer Ärztin oder in einer Selbsthilfegruppe. Viele erleben es als Erleichterung, nicht allein zu sein.

Warnzeichen: wann Sie ärztlichen Rat brauchen

Eine gefürchtete Komplikation ist die Wundrose. Das ist eine Infektion der Haut mit Bakterien. Bei einem Lymphödem kommt sie häufiger vor als bei anderen Menschen. Sie sollte rasch ärztlich behandelt werden.

  • Rötung, die sich ausbreitet, oft mit Überwärmung

  • Fieber, Schüttelfrost oder starkes Krankheitsgefühl

  • plötzliche Zunahme der Schwellung oder starke Schmerzen

  • eine neue Schwellung ohne erkennbaren Grund

Bei diesen Zeichen gehen Sie bitte zeitnah zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei hohem Fieber und starkem Krankheitsgefühl außerhalb der Sprechzeiten rufen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 an. Bei Atemnot rufen Sie 112. Während einer akuten Entzündung pausiert die Lymphdrainage meist.

Wie wir Sie in Quakenbrück unterstützen

Auf ärztliche Verordnung behandeln wir ein Lymphödem mit Manueller Lymphdrainage. Haydar Karakaya und Carolin Hendricks haben dafür eine Weiterbildung. Wir zeigen Ihnen auch einfache Übungen und Griffe für zu Hause. Fragen zu Ihrer Kompression können wir gemeinsam besprechen.

Unsere Praxis liegt im Obergeschoss und ist über einen Treppenlift erreichbar. Fällt Ihnen der Weg schwer, ist auf Verordnung auch ein Hausbesuch in Quakenbrück und Umgebung möglich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Lymphödem ist meist eine dauerhafte Erkrankung, die sich gut begleiten lässt.

  • Lymphdrainage, Kompression, Hautpflege und Bewegung gehören zusammen.

  • Die Kompression hält das Ergebnis der Behandlung fest.

  • Bei Rötung und Fieber an eine Wundrose denken und ärztlich abklären lassen.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich den Kompressionsstrumpf jeden Tag tragen?

Bei einem Lymphödem wird die Kompression meist täglich getragen. Wie lange genau, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Darf ich mit Lymphödem Sport treiben?

Ja, ruhige und gleichmäßige Bewegung ist meist sinnvoll. Steigern Sie langsam und tragen Sie dabei Ihre Kompression.

Was hilft bei einem Lymphödem im Sommer?

Kühle Räume, leichte Kleidung, ausreichend Trinken und regelmäßige Bewegung. Heiße Bäder und Sauna meiden Sie besser.

Bekomme ich Lymphdrainage auf Rezept?

Ja, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sie verordnet. Mehr dazu in Heilmittelverordnung verstehen.

Quellen und weiterführende Informationen

Sie haben Fragen zu Ihrem Lymphödem oder eine Verordnung erhalten? Rufen Sie uns an unter 01523 1607701 oder senden Sie eine Terminanfrage. Wir beraten Sie gern in unserer Praxis in Quakenbrück.

  • Lymphödem
  • Kompression
  • Hautpflege

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Verordnung.

Physiotherapie im Zentrum QuakenbrückHeckenweg 1, 49610 Quakenbrück01523 1607701Montag – Freitag · 08:30 – 13:00 · 15:00 – 18:30Route planen © OpenStreetMap

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