Beschwerden & Behandlung
Tennisarm: Wie Physiotherapie bei Schmerzen am Ellenbogen helfen kann
5 Min. Lesezeit

Ein Tennisarm entsteht meist durch Überlastung, auch ohne Tennis. Mit Geduld, gezielten Übungen und kleinen Änderungen im Alltag bessern sich die Beschwerden oft.
Ein Tennisarm ist eine Reizung der Sehnen an der Außenseite des Ellenbogens. Meist steckt eine Überlastung dahinter. Die Beschwerden bessern sich oft von selbst, brauchen aber Zeit. Übungen und Entlastung im Alltag können dabei helfen.
Der Name täuscht. Die meisten Menschen mit Tennisarm spielen gar kein Tennis. Typisch sind Tätigkeiten, bei denen Hand und Handgelenk immer wieder dieselbe Bewegung machen. Das kann Arbeit mit der Maus sein, Schrauben, Malern, Gartenarbeit oder das Tragen schwerer Taschen. Ärztinnen und Ärzte sprechen von einer Epicondylitis lateralis. Das bedeutet: Reizung am äußeren Knochenvorsprung des Ellenbogens.
Was beim Tennisarm passiert
Die Muskeln, die Hand und Finger strecken, setzen mit ihren Sehnen außen am Ellenbogen an. Werden sie oft und einseitig belastet, kommt das Gewebe mit der Erholung nicht nach. Die Sehne reagiert empfindlich. Typisch sind Schmerzen beim Greifen, beim Heben einer Tasse oder beim Händeschütteln. Manchmal strahlen sie in den Unterarm aus.
Abgrenzung: der Golferarm
Beim Golferarm liegen die Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens. Dort setzen die Muskeln an, die das Handgelenk beugen. Die Ursachen sind ähnlich, auch hier geht es meist um Überlastung. Viele Tipps in diesem Beitrag gelten für beide Formen. Die Übungen sind aber anders ausgerichtet.
Geduld gehört dazu
Ein Tennisarm braucht oft Monate, bis er abklingt. Bei vielen Menschen bessern sich die Beschwerden mit der Zeit von selbst. Das ist zunächst eine gute Nachricht. Es kann aber auch frustrieren, wenn es nur langsam vorangeht.
Hilfreich ist, die Belastung zu dosieren. Völlige Schonung ist meist nicht nötig. Sie kann sogar dazu führen, dass Muskeln schwächer werden. Ziel ist eine Belastung, die die Sehne verträgt. Leichte Beschwerden während einer Tätigkeit sind dabei in Ordnung, wenn sie bis zum nächsten Tag abklingen.
Übungen beim Tennisarm
Kräftigungsübungen gehören zu den häufig empfohlenen Maßnahmen. Besonders bekannt sind exzentrische Übungen. Dabei arbeitet der Muskel, während er langsam länger wird. Beginnen Sie vorsichtig. Lassen Sie sich die Übungen am besten einmal zeigen.
Handgelenk senken: Legen Sie den Unterarm auf einen Tisch, die Hand hängt über die Kante, Handrücken nach oben. Nehmen Sie eine kleine Wasserflasche. Heben Sie die Hand mit Hilfe der anderen Hand an. Senken Sie sie dann allein ganz langsam ab. Zehnmal.
Dehnen: Strecken Sie den Arm nach vorn, Handrücken nach oben. Ziehen Sie die Hand mit der anderen Hand sanft nach unten. Halten Sie die Dehnung einige Atemzüge lang.
Faust lockern: Ballen Sie die Hand locker zur Faust und öffnen Sie die Finger weit. Das lockert den Unterarm zwischendurch.
Die Übungen dürfen etwas ziehen. Nehmen die Schmerzen danach deutlich zu, verringern Sie das Gewicht oder die Wiederholungen. Steigern Sie erst, wenn die Übungen leicht fallen.
Den Alltag entlasten
Oft lässt sich die auslösende Belastung nicht ganz vermeiden. Kleine Änderungen können sie aber verringern. Achten Sie auf Ihre Haltung und auf die Art, wie Sie greifen.
Am Schreibtisch: Unterarme auflegen, die Maus nah am Körper. Eine andere Mausform kann entlasten.
Beim Heben: Mit der Handfläche nach oben tragen, nicht mit dem Handrücken. Beide Hände nutzen.
Werkzeug: Griffe mit größerem Durchmesser lassen sich lockerer halten.
Pausen: Bei wiederholten Tätigkeiten alle halbe Stunde kurz die Hände ausschütteln.
Wärme: Viele Menschen empfinden Wärme am Unterarm als angenehm, etwa eine Wärmflasche am Abend.
Ein Schmerz-Tagebuch kann helfen
Notieren Sie einige Wochen lang, wann der Ellenbogen schmerzt. Schreiben Sie auf, was Sie davor gemacht haben. So erkennen Sie, welche Tätigkeiten den Tennisarm reizen. Oft sind es Dinge, an die man zuerst nicht denkt. Dazu gehören langes Tippen auf dem Handy, Gartenschere oder das Auswringen von Wäsche.
Was der Tennisarm nicht braucht
Bei anhaltenden Schmerzen sucht man oft nach einer schnellen Lösung. Manche Behandlungen wirken kurzfristig, bringen aber auf Dauer wenig. Spritzen mit Kortison zum Beispiel können Schmerzen anfangs lindern. Laut Gesundheitsinformation.de gibt es aber Hinweise, dass sie die Heilung behindern können. In Studien hatten Menschen mit solchen Spritzen nach einigen Monaten eher mehr Schmerzen. Ob eine solche Behandlung für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Auch eine Operation kommt nur selten in Frage. Sie wird meist erst erwogen, wenn andere Maßnahmen über lange Zeit nicht geholfen haben. Für die meisten Menschen bleiben Geduld, Übungen und ein angepasster Alltag der wichtigste Weg.
Wann Sie ärztlichen Rat brauchen
Lassen Sie Ihre Beschwerden ärztlich abklären, wenn sie nach einem Sturz oder Unfall begonnen haben. Das gilt auch bei starker Schwellung, Rötung oder Fieber. Kribbeln oder Taubheit in den Fingern sollten ebenfalls untersucht werden. Auch wenn sich die Schmerzen nach einigen Wochen nicht bessern, ist ein Gespräch sinnvoll.
Wie wir Sie in Quakenbrück unterstützen
Wird ein Tennisarm ärztlich verordnet behandelt, kombinieren wir meist mehrere Bausteine. In der Krankengymnastik üben wir mit Ihnen Kräftigung und Dehnung. Mit Manueller Therapie behandeln wir den Ellenbogen und, wenn nötig, Schulter und Halswirbelsäule mit. Ergänzend kann eine Wärmetherapie sinnvoll sein.
Wir sprechen auch über Ihren Arbeitsplatz und Ihre Hobbys. Ob Büro in Quakenbrück, Werkstatt oder Hof im Artland: Die Übungen sollen in Ihren Alltag passen. Haben Sie zusätzlich Nackenbeschwerden, lohnt sich ein Blick in den Beitrag Nackenschmerzen am Schreibtisch.
Das Wichtigste in Kürze
Ein Tennisarm entsteht meist durch einseitige Überlastung, nicht nur beim Sport.
Die Beschwerden bessern sich oft, brauchen aber Geduld.
Kräftigungsübungen können helfen, wenn sie vorsichtig gesteigert werden.
Kleine Änderungen im Alltag entlasten die Sehnen.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert ein Tennisarm?
Das ist sehr unterschiedlich. Bei vielen Menschen dauert es einige Monate, manchmal länger. Ein früher Beginn mit Entlastung und Übungen kann helfen.
Hilft eine Bandage beim Tennisarm?
Manche Menschen empfinden eine Epicondylitis-Spange als entlastend. Ob sie für Sie passt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Soll ich den Arm ganz ruhig halten?
Meist nicht. Eine angepasste Belastung ist in der Regel sinnvoller als völlige Ruhe.
Quellen und weiterführende Informationen
Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Tennisarm – Kraft- und Dehnübungen
Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Wie werden Tennisarm und Golferarm behandelt?
Sie haben Fragen zu Ihrem Tennisarm oder eine Verordnung erhalten? Rufen Sie uns an unter 01523 1607701 oder senden Sie eine Terminanfrage. Wir beraten Sie gern in unserer Praxis in Quakenbrück.
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Verordnung.




