Beschwerden & Behandlung
Lungenentzündung: Mit Atemtherapie wieder zu Kräften kommen
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Nach einer Lungenentzündung dauert die Erholung oft länger als gedacht. Atemübungen und eine langsam gesteigerte Belastung können helfen, wieder zu Kräften zu kommen.
Eine Lungenentzündung schwächt den ganzen Körper. Auch wenn das Fieber weg ist, fühlen sich viele Menschen noch wochenlang müde und kurzatmig. Atemübungen, das Lösen von Schleim und eine langsam gesteigerte Bewegung können die Erholung unterstützen.
Bei einer Lungenentzündung ist das Lungengewebe entzündet. Meist sind Bakterien oder Viren die Ursache. Ärztinnen und Ärzte sprechen von einer Pneumonie. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und gehört in ärztliche Hand. In diesem Beitrag geht es um die Zeit danach: Wie kommen Sie wieder zu Kräften?
Warum die Erholung Zeit braucht
Die Entzündung kostet viel Energie. Dazu kommen oft Tage im Bett oder im Krankenhaus. Muskeln bauen in dieser Zeit schnell ab. Das gilt besonders für ältere Menschen. Treppen, Einkaufen oder Duschen fühlen sich danach plötzlich anstrengend an.
Auch die Lunge braucht Zeit. Husten und etwas Schleim können noch einige Wochen bleiben. Das ist häufig normal. Wichtig ist, dass es insgesamt langsam besser wird. Seien Sie geduldig mit sich.
Atemübungen nach einer Lungenentzündung
Atemübungen können helfen, die Lunge gut zu belüften und die Atemmuskeln zu kräftigen. Machen Sie sie in Ruhe und ohne Druck. Wird Ihnen schwindelig, machen Sie eine Pause.
Bauchatmung: Legen Sie eine Hand auf den Bauch. Atmen Sie langsam durch die Nase ein, sodass sich der Bauch hebt. Atmen Sie ruhig wieder aus. Fünf bis zehn Atemzüge.
Lippenbremse: Atmen Sie durch die Nase ein. Atmen Sie dann langsam durch die locker aufeinanderliegenden Lippen aus, als wollten Sie eine Kerze flackern lassen. Das hilft bei Atemnot.
Flankenatmung: Legen Sie die Hände seitlich an die unteren Rippen. Atmen Sie gegen Ihre Hände. So weiten sich auch die seitlichen Lungenbereiche.
Tief einatmen und halten: Atmen Sie tief ein, halten Sie kurz die Luft an und atmen Sie langsam aus. Einige Male wiederholen.
Viele dieser Übungen kennen auch Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Atemtherapie bei COPD.
Schleim lösen und abhusten
Nach einer Lungenentzündung sitzt oft noch zäher Schleim in den Bronchien. Starkes, quälendes Husten strengt an und bringt wenig. Besser ist ein kontrolliertes Abhusten.
Huffing: Atmen Sie mittel tief ein. Hauchen Sie die Luft mit offenem Mund kräftig aus, als wollten Sie einen Spiegel beschlagen. Danach einmal kurz abhusten.
Lage wechseln: Wechseln Sie im Liegen öfter zwischen Rücken und Seite. Das kann das Lösen des Schleims erleichtern.
Trinken: Ausreichend Flüssigkeit macht den Schleim oft flüssiger, wenn Ihre Ärztin nichts anderes sagt.
Aufrecht sitzen: Im Sitzen atmet es sich meist leichter als im Liegen.
Belastung langsam steigern
Nach einer Lungenentzündung ist es sinnvoll, früh wieder in Bewegung zu kommen, aber in kleinen Schritten. Ein guter Maßstab: Sie sollten beim Gehen noch sprechen können. Wenn Sie stark außer Atem geraten, war es zu viel.
Beginnen Sie mit kurzen Wegen in der Wohnung.
Gehen Sie dann einige Minuten nach draußen, später etwas länger.
Planen Sie Pausen ein, etwa auf einer Bank.
Steigern Sie von Tag zu Tag nur wenig.
Leichte Kraftübungen im Sitzen helfen, Muskeln wieder aufzubauen.
Kraft für den Alltag zurückgewinnen
Einfache Übungen im Sitzen sind ein guter Start. Heben Sie im Wechsel die Knie an, als würden Sie auf der Stelle gehen. Strecken Sie die Unterschenkel nach vorn und halten Sie sie kurz. Stehen Sie einige Male vom Stuhl auf und setzen Sie sich langsam wieder hin. Atmen Sie dabei ruhig weiter und halten Sie nicht die Luft an.
Was der Körper sonst braucht
Neben Atemübungen und Bewegung spielen auch Schlaf, Essen und Trinken eine Rolle. Nach einer Lungenentzündung ist der Appetit oft gering. Kleine, regelmäßige Mahlzeiten fallen dann leichter als große Portionen. Eiweiß hilft beim Aufbau der Muskeln.
Gönnen Sie sich ausreichend Schlaf und Ruhepausen am Tag.
Lüften Sie regelmäßig, aber vermeiden Sie kalte Zugluft.
Verzichten Sie auf Rauchen. Auch Passivrauch belastet die Lunge.
Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt nach Impfungen, etwa gegen Grippe oder Pneumokokken.
Viele Menschen sind nach einer Lungenentzündung auch seelisch erschöpft. Das gilt besonders nach einem Aufenthalt auf der Intensivstation. Sprechen Sie offen darüber, wenn Sie sich lange niedergeschlagen fühlen.
Warnzeichen: wann Sie sofort Hilfe brauchen
Eine Lungenentzündung kann auch nach Beginn der Behandlung schwerer werden. Achten Sie auf diese Zeichen:
zunehmende Atemnot, auch in Ruhe
erneutes oder steigendes Fieber
Verwirrtheit oder starke Benommenheit
bläuliche Lippen oder Fingernägel
Schmerzen in der Brust beim Atmen
Bei starker Atemnot, bläulichen Lippen oder Verwirrtheit rufen Sie bitte sofort den Rettungsdienst unter 112. Bei anderen Veränderungen sprechen Sie zeitnah mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wie wir Sie in Quakenbrück unterstützen
Hat Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Atemtherapie verordnet, üben wir mit Ihnen Atemtechniken und das Abhusten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Belastung sinnvoll steigern. Zusätzlich kann Krankengymnastik helfen, Kraft und Ausdauer wieder aufzubauen.
Gerade nach einem Krankenhausaufenthalt ist der Weg in die Praxis manchmal zu anstrengend. Dann kommen wir auf Verordnung zum Hausbesuch in Quakenbrück und Umgebung. Wie das abläuft, erklärt der Beitrag Physiotherapie als Hausbesuch.
Das Wichtigste in Kürze
Nach einer Lungenentzündung kann die Erholung mehrere Wochen dauern.
Atemübungen und kontrolliertes Abhusten können die Lunge unterstützen.
Belastung in kleinen Schritten steigern, Pausen sind erlaubt.
Bei zunehmender Atemnot oder Verwirrtheit sofort 112 rufen.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert die Erholung nach einer Lungenentzündung?
Das ist sehr verschieden. Viele Menschen fühlen sich nach einigen Wochen deutlich besser. Müdigkeit und Husten können aber länger bleiben, besonders im höheren Alter.
Wann darf ich nach einer Lungenentzündung wieder Sport machen?
Leichte Bewegung ist meist früh möglich. Für anstrengenden Sport fragen Sie bitte Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Bekomme ich Atemtherapie auf Rezept?
Ja, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sie verordnet. Auch ein Hausbesuch kann verordnet werden.
Quellen und weiterführende Informationen
Lungeninformationsdienst (Helmholtz Munich): Lungenentzündung
Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Lungenentzündung bei älteren Menschen
Sie haben Fragen zu Atemtherapie nach einer Lungenentzündung oder eine Verordnung erhalten? Rufen Sie uns an unter 01523 1607701 oder senden Sie eine Terminanfrage. Wir beraten Sie gern in unserer Praxis in Quakenbrück.
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Verordnung.




