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Beschwerden & Behandlung

Parkinson: Wie Physiotherapie den Alltag unterstützen kann

5 Min. Lesezeit

KG ZNS nach Bobath: Unterstützung beim Aufstehen mit Rollator

Bewegung ist bei Parkinson ein wichtiger Teil der Behandlung. Wir erklären, wie Physiotherapie bei Gang, Gleichgewicht und Sturzvorbeugung helfen kann.

Bei Parkinson ist regelmäßige Bewegung ein wichtiger Teil der Behandlung. Physiotherapie kann helfen, Gang, Gleichgewicht und Beweglichkeit möglichst lange zu erhalten. Sie ergänzt die ärztliche Behandlung und ersetzt sie nicht.

Die Parkinson-Krankheit verändert die Bewegung. Bestimmte Nervenzellen im Gehirn bilden weniger von dem Botenstoff Dopamin. Dadurch werden Bewegungen langsamer und kleiner. Viele Menschen bemerken ein Zittern, steife Muskeln oder einen unsicheren Gang. Die Krankheit verläuft bei jedem Menschen anders. Gemeinsam ist aber: Wer aktiv bleibt, kann im Alltag oft länger selbstständig bleiben.

Typische Bewegungsprobleme bei Parkinson

  • Verlangsamung: Bewegungen dauern länger und werden kleiner. Auch die Schrift kann kleiner werden.

  • Steifigkeit: Fachleute sprechen von Rigor. Die Muskeln fühlen sich fest an.

  • Zittern: meist in Ruhe, oft zuerst an einer Hand.

  • Gangstörungen: kleine, schlurfende Schritte und weniger Armschwung.

  • Freezing: das plötzliche „Einfrieren“. Die Füße scheinen am Boden zu kleben, etwa an Türen oder beim Losgehen.

  • Gleichgewicht: Die Haltung wird gebeugter, das Gleichgewicht unsicherer.

Warum Bewegung bei Parkinson so wichtig ist

Medikamente sind die Grundlage der Behandlung. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt stellt sie ein und passt sie an. Bewegung ist eine wichtige Ergänzung. Regelmäßiges Üben kann helfen, Kraft, Beweglichkeit und Sicherheit zu erhalten. Viele Menschen fühlen sich dadurch auch seelisch besser.

Wichtig ist, dass die Übungen zu Ihnen passen. Sie sollen fordern, aber nicht überfordern. Am besten üben Sie dann, wenn Ihre Medikamente gut wirken. Viele Menschen kennen gute und schlechtere Phasen im Tagesverlauf.

Wie Physiotherapie bei Parkinson unterstützt

Bei Erkrankungen des Nervensystems kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine spezielle Form der Krankengymnastik verordnen. Sie heißt KG ZNS. ZNS steht für zentrales Nervensystem, also Gehirn und Rückenmark. Wir arbeiten unter anderem nach dem Bobath-Konzept. Dabei üben wir alltägliche Bewegungen so, dass sie wieder sicherer und flüssiger gelingen.

Große, bewusste Bewegungen

Bei Parkinson werden Bewegungen oft unbemerkt kleiner. Ein Ziel der Therapie ist deshalb, bewusst groß zu bewegen. Wir üben weite Schritte, kräftigen Armschwung und eine aufrechte Haltung. Mit der Zeit kann sich das im Alltag wieder natürlicher anfühlen.

Gangtraining mit Taktgebern

Äußere Hilfen können das Gehen erleichtern. Fachleute nennen sie Cues, auf Deutsch etwa Hinweisreize. Das kann ein Rhythmus sein, den Sie mitzählen. Auch Musik, ein Metronom oder Linien auf dem Boden können helfen. Viele Menschen kommen so leichter in Gang, wenn die Füße „festkleben“.

Gleichgewicht und Sturzvorbeugung

Menschen mit Parkinson haben ein erhöhtes Risiko zu stürzen. Deshalb trainieren wir Gleichgewicht, Drehungen und das Aufstehen vom Stuhl. Wir üben auch, wie Sie nach einem Sturz wieder hochkommen. Allgemeine Tipps für eine sichere Wohnung finden Sie im Beitrag Stürze vermeiden.

Tipps für den Alltag

  • Planen Sie Bewegung fest in den Tag ein, etwa einen täglichen Spaziergang.

  • Machen Sie beim Gehen bewusst große Schritte und schwingen Sie die Arme mit.

  • Bei Freezing: kurz stehen bleiben, Gewicht verlagern, dann mit einem großen Schritt starten.

  • Drehen Sie sich in einem großen Bogen statt auf der Stelle.

  • Räumen Sie Stolperfallen wie lose Teppiche aus dem Weg.

  • Tragen Sie feste Schuhe mit gutem Halt.

Physiotherapie zu Hause

Manchmal ist der Weg in die Praxis zu anstrengend. Dann kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt einen Hausbesuch verordnen. Das hat einen Vorteil: Wir üben dort, wo die Schwierigkeiten auftreten. Etwa an der Türschwelle, im engen Flur oder beim Aufstehen aus dem eigenen Sessel. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Physiotherapie als Hausbesuch.

Haltung, Atmung und Beweglichkeit

Bei Parkinson wird die Haltung oft mit der Zeit gebeugter. Schultern und Kopf wandern nach vorn. Das kann den Rücken belasten und die Atmung erschweren. Deshalb üben wir auch eine aufrechte Haltung und Bewegungen des Rumpfs. Dazu gehören Drehungen, Strecken und tiefes Atmen.

Fällt Ihnen das Atmen schwer oder sprechen Sie leiser als früher, sprechen Sie das bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an. Manchmal ist zusätzlich eine Atemtherapie sinnvoll. Für Sprechen und Schlucken gibt es eigene Fachleute in der Logopädie. Für Alltagstätigkeiten wie Anziehen oder Schreiben hilft oft die Ergotherapie. Ein gutes Zusammenspiel dieser Berufe kann den Alltag erleichtern.

Übungen mit Freude verbinden

Bewegung fällt leichter, wenn sie Spaß macht. Viele Menschen mit Parkinson mögen Tanzen, Radfahren oder Wandern. Auch Gartenarbeit oder ein Spaziergang mit dem Hund sind Bewegung. Wählen Sie, was Ihnen liegt. Wichtig ist, dass Sie dabei sicher sind. Wir beraten Sie gern, welche Aktivitäten zu Ihnen passen.

Was Angehörige tun können

Angehörige spielen eine wichtige Rolle. Sie können zum Üben motivieren und im Alltag unterstützen. Gleichzeitig ist es wichtig, nicht alles abzunehmen. Jede Bewegung, die der betroffene Mensch selbst macht, ist Training.

  • Geben Sie Zeit. Hektik macht Bewegungen oft schwieriger.

  • Erinnern Sie freundlich an große Schritte oder einen Rhythmus.

  • Kommen Sie gern zu einer Behandlung mit, um Übungen kennenzulernen.

  • Achten Sie auch auf Ihre eigenen Kräfte. Selbsthilfegruppen bieten Austausch.

Wie wir Sie in Quakenbrück unterstützen

In unserer Praxis in Quakenbrück behandeln wir Menschen mit neurologischen Erkrankungen auf ärztliche Verordnung. Unser Praxisinhaber Haydar Karakaya hat eine Weiterbildung in KG ZNS nach Bobath. Die Praxis liegt im Obergeschoss und ist über einen elektrischen Treppenlift erreichbar. Für Menschen, die nicht mehr gut mobil sind, kommen wir auf Verordnung auch nach Hause, in Quakenbrück und Umgebung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bewegung ist bei Parkinson ein wichtiger Teil der Behandlung.

  • KG ZNS kann Gang, Gleichgewicht und Alltagsbewegungen unterstützen.

  • Große Bewegungen und Taktgeber können beim Gehen helfen.

  • Sturzvorbeugung gehört fest zur Therapie.

  • Hausbesuche sind auf Verordnung möglich; Angehörige sind willkommen.

Häufig gestellte Fragen

Kann Physiotherapie Parkinson heilen?

Nein. Physiotherapie kann aber helfen, Beweglichkeit und Selbstständigkeit im Alltag möglichst lange zu erhalten.

Wie oft sollte ich üben?

Regelmäßigkeit ist wichtiger als Dauer. Kurze Einheiten an möglichst vielen Tagen der Woche sind sinnvoll. Wir stellen Ihnen ein passendes Programm zusammen.

Was ist KG ZNS?

Das ist Krankengymnastik bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Sie wird ärztlich verordnet und von Therapeutinnen und Therapeuten mit entsprechender Weiterbildung durchgeführt.

Quellen und weiterführende Informationen

Sie haben Fragen zu Parkinson oder eine Verordnung erhalten? Rufen Sie uns an unter 01523 1607701 oder senden Sie eine Terminanfrage. Wir freuen uns auf Sie in unserer Praxis in Quakenbrück.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Verordnung.

Physiotherapie im Zentrum QuakenbrückHeckenweg 1, 49610 Quakenbrück01523 1607701Montag – Freitag · 08:30 – 13:00 · 15:00 – 18:30Route planen © OpenStreetMap

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