Alltag & Übungen
Physiotherapie bei Demenz zu Hause
4 Min. Lesezeit

Bewegung tut Menschen mit Demenz gut. Wir erklären, wie Physiotherapie bei Demenz als Hausbesuch abläuft, warum vertraute Umgebung und Routinen helfen und wie Angehörige unterstützen können.
Physiotherapie bei Demenz kann helfen, Beweglichkeit, Gleichgewicht und Selbstständigkeit im Alltag zu erhalten. In vertrauter Umgebung fällt das vielen Menschen leichter. Auf ärztliche Verordnung kommen wir dafür auch nach Hause. Angehörige sind wichtige Partner.
Wenn ein Mensch an Demenz erkrankt, verändert sich viel. Gedächtnis und Orientierung lassen nach, oft auch die Sicherheit beim Gehen. Bewegung bleibt aber wichtig, für den Körper und für das Wohlbefinden. Physiotherapie bei Demenz setzt genau hier an. Sie unterstützt Menschen mit Demenz dabei, so lange wie möglich beweglich und sicher zu bleiben. In diesem Beitrag erklären wir, wie das zu Hause gelingen kann.
Warum Bewegung bei Demenz wichtig ist
Bewegung stärkt Muskeln und Gleichgewicht. Das kann helfen, Stürze zu vermeiden. Sie kann auch den Schlaf, den Appetit und die Stimmung positiv beeinflussen. Viele Menschen mit Demenz werden durch Bewegung ruhiger und ausgeglichener. Und nicht zuletzt hilft Bewegung, alltägliche Dinge länger selbst zu tun, zum Beispiel aufstehen, gehen oder sich anziehen.
Die Demenz selbst wird durch Physiotherapie nicht aufgehalten. Ziel ist vielmehr, Fähigkeiten im Alltag zu erhalten und Lebensqualität zu fördern.
Warum zu Hause?
Für Menschen mit Demenz kann eine fremde Umgebung verunsichern. Der Weg in eine Praxis, das Warten und neue Räume sind oft anstrengend. Zu Hause ist alles vertraut: das eigene Bett, der Lieblingssessel, die Treppe, der Weg ins Bad. Genau dort üben wir die Bewegungen, die im Alltag gebraucht werden.
Ein Hausbesuch muss ärztlich verordnet werden. Auf der Heilmittelverordnung ist dann „Hausbesuch“ angekreuzt. Das ist möglich, wenn der Weg in die Praxis aus gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar ist. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Physiotherapie zu Hause: Wie ein Hausbesuch funktioniert und auf der Seite Hausbesuche.
So läuft die Physiotherapie bei Demenz ab
Kennenlernen: Beim ersten Termin nehmen wir uns Zeit. Wir sprechen mit der erkrankten Person und, wenn gewünscht, mit Angehörigen über Alltag, Gewohnheiten und Sorgen.
Befund: Wir schauen, wie sicher das Gehen, Aufstehen und Stehen gelingt. Wir achten auf Stolperfallen in der Wohnung.
Ziele: Gemeinsam legen wir einfache, alltagsnahe Ziele fest, zum Beispiel sicher vom Stuhl aufstehen oder ohne Hilfe ins Bad gehen.
Üben im Alltag: Wir üben mit vertrauten Bewegungen und Gegenständen. Anleitungen sind kurz und einfach.
Feste Routine: Wenn möglich, kommen wir zur gleichen Tageszeit. Wiederkehrende Abläufe geben Sicherheit.
Was sich bewährt hat
Kurze, klare Sätze: Eine Aufforderung nach der anderen.
Zeigen statt erklären: Bewegungen vormachen und gemeinsam ausführen.
Vertraute Tätigkeiten: Gehen zum Fenster, Blumen gießen, Tisch decken.
Musik: Bekannte Lieder können Bewegung erleichtern und Freude machen.
Geduld: Gute und schlechtere Tage gehören dazu. Wir passen uns an.
Respekt: Die erkrankte Person bestimmt mit. Nichts wird erzwungen.
Wie Angehörige unterstützen können
Angehörige kennen die erkrankte Person am besten. Ihre Hinweise sind für uns sehr wertvoll. Sie können zum Beispiel:
bei den ersten Terminen dabei sein,
einfache Übungen im Alltag wiederholen, etwa Aufstehen vom Stuhl,
gemeinsam spazieren gehen, auch kurze Wege zählen,
Stolperfallen wie lose Teppiche und Kabel entfernen,
für gutes Licht sorgen, besonders nachts auf dem Weg ins Bad,
auf feste, gut sitzende Schuhe achten.
Achten Sie auch auf sich selbst. Die Pflege eines Menschen mit Demenz ist anstrengend. Beratungsstellen und Angehörigengruppen können entlasten.
Gleichgewicht und Stürze
Menschen mit Demenz stürzen häufiger. Gründe sind zum Beispiel ein unsicherer Gang, Medikamente oder eine eingeschränkte Wahrnehmung. Übungen für Kraft und Gleichgewicht können das Sturzrisiko verringern. Hinweise dazu finden Sie im Beitrag Stürze vermeiden: Gleichgewicht und Kraft im Alter trainieren.
Wann Sie zum Arzt sollten
Sprechen Sie mit der Hausärztin oder dem Hausarzt, wenn sich das Gehen plötzlich verschlechtert, wenn es zu Stürzen kommt oder wenn die erkrankte Person plötzlich verwirrter ist als sonst. Eine plötzliche Veränderung kann auch andere Ursachen haben, zum Beispiel eine Infektion oder zu wenig Flüssigkeit. Nach einem Sturz mit Schmerzen oder bei Bewusstlosigkeit rufen Sie den Rettungsdienst unter 112.
Wie wir Sie in Quakenbrück unterstützen
Wir machen Hausbesuche auf ärztliche Verordnung in Quakenbrück und Umgebung, auch in Pflegeeinrichtungen. In der Krankengymnastik arbeiten wir an Kraft, Gleichgewicht und sicheren Bewegungen im Alltag. Ob wir Ihren Wohnort anfahren können, klären wir am Telefon. Mehr über unser Angebot für ältere Menschen lesen Sie auf der Seite Physiotherapie im Alter.
Das Wichtigste in Kürze
Physiotherapie bei Demenz kann Beweglichkeit, Gleichgewicht und Selbstständigkeit unterstützen.
Zu Hause, in vertrauter Umgebung, gelingt das Üben oft leichter.
Ein Hausbesuch muss ärztlich verordnet sein.
Feste Zeiten, kurze Anleitungen und Geduld helfen.
Angehörige sind wichtige Partner im Alltag.
Häufig gestellte Fragen
Bekomme ich Physiotherapie bei Demenz als Hausbesuch?
Ja, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt einen Hausbesuch verordnet. Das ist möglich, wenn der Weg in die Praxis aus gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar ist.
Was ist, wenn mein Angehöriger die Übungen ablehnt?
Das kommt vor. Wir versuchen es dann mit anderen, vertrauten Bewegungen oder zu einem anderen Zeitpunkt. Nichts wird erzwungen.
Sollten Angehörige bei der Behandlung dabei sein?
Gerade am Anfang ist das oft hilfreich. Sie können Fragen stellen und Übungen kennenlernen, die Sie im Alltag wiederholen können.
Quellen und weiterführende Informationen
Sie möchten Physiotherapie bei Demenz zu Hause für sich oder einen Angehörigen? Rufen Sie uns an unter 01523 1607701 oder senden Sie eine Terminanfrage.
- Demenz
- Hausbesuch
- Angehörige
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Verordnung.




