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Alltag & Übungen

Spinalkanalstenose: Übungen für Senioren

4 Min. Lesezeit

Training auf dem Heimtrainer

Bei einer Spinalkanalstenose werden Gehen und Stehen oft beschwerlich. Wir zeigen sanfte Übungen für Senioren, alltagstaugliche Tipps und Warnzeichen, die Sie kennen sollten.

Bei einer Spinalkanalstenose ist der Kanal in der Wirbelsäule eingeengt, in dem die Nerven verlaufen. Typisch sind Schmerzen und Schwäche in den Beinen beim Gehen, die im Sitzen nachlassen. Sanfte Übungen mit leicht gebeugtem Rücken empfinden viele Menschen als angenehm. Neue oder starke Beschwerden gehören in ärztliche Hände.

Viele ältere Menschen kennen das: Nach ein paar hundert Metern ziehen die Beine, werden schwer oder kribbeln. Man muss stehen bleiben oder sich setzen, dann geht es wieder. Häufig steckt eine Spinalkanalstenose im Bereich der Lendenwirbelsäule dahinter. In diesem Beitrag erklären wir, was dabei passiert, welche Übungen für Senioren geeignet sein können und wie Sie den Alltag leichter gestalten.

Was ist eine Spinalkanalstenose?

Im Inneren der Wirbelsäule liegt der Wirbelkanal. Durch ihn verlaufen das Rückenmark und die Nervenwurzeln. Mit den Jahren verändern sich Bandscheiben, Wirbelgelenke und Bänder. Sie können sich verdicken und den Kanal einengen. Dann haben die Nerven weniger Platz.

Die Beschwerden hängen oft von der Haltung ab. Beim aufrechten Stehen und Gehen wird der Kanal etwas enger. Beim Vorbeugen und Sitzen wird er etwas weiter. Deshalb gehen viele Betroffene lieber leicht nach vorn gebeugt, zum Beispiel hinter einem Einkaufswagen oder Rollator. Fachleute nennen die typischen Beschwerden beim Gehen auch Schaufensterkrankheit der Wirbelsäule, weil Betroffene immer wieder Pausen einlegen.

Übungen für Senioren

Die folgenden Übungen sind Beispiele. Sie sollten angenehm sein und keine Schmerzen auslösen. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Therapeutin, ob die Übungen für Sie passen.

Im Liegen

  1. Knie zur Brust: Legen Sie sich auf den Rücken, die Beine angewinkelt. Ziehen Sie ein Knie mit beiden Händen sanft Richtung Brust. Halten Sie kurz, atmen Sie ruhig. Dann die andere Seite. Je fünfmal.

  2. Becken kippen: In derselben Lage drücken Sie den unteren Rücken sanft in die Unterlage. Das Becken kippt dabei leicht nach hinten. Kurz halten, lösen. Zehnmal.

  3. Knie pendeln: Lassen Sie beide Knie langsam ein Stück nach rechts und links sinken. Nur so weit, wie es angenehm ist.

Im Sitzen

  1. Vorbeugen im Sitzen: Setzen Sie sich auf einen stabilen Stuhl. Beugen Sie den Oberkörper langsam nach vorn, die Arme hängen locker. Atmen Sie ruhig und richten Sie sich wieder auf.

  2. Beine strecken: Strecken Sie im Sitzen abwechselnd ein Bein nach vorn und setzen Sie es wieder ab. Das kräftigt die Oberschenkel.

  3. Aufstehen üben: Stehen Sie langsam vom Stuhl auf und setzen Sie sich wieder. Nutzen Sie bei Bedarf die Armlehnen.

In Bewegung

Radfahren oder der Heimtrainer werden oft gut vertragen, weil man dabei leicht nach vorn gebeugt sitzt. Auch Gehen bleibt wichtig. Planen Sie dabei Pausen ein, bevor die Beschwerden stark werden. Ein Rollator kann helfen, längere Strecken zu schaffen.

Tipps für den Alltag

  • Gehen Sie lieber mehrmals am Tag kurze Strecken als einmal eine lange.

  • Suchen Sie sich Wege mit Bänken für Pausen.

  • Tragen Sie feste, gut sitzende Schuhe.

  • Vermeiden Sie langes Stehen mit Hohlkreuz, zum Beispiel beim Kochen. Ein Fuß auf einem kleinen Hocker kann entlasten.

  • Nutzen Sie beim Einkaufen den Einkaufswagen als Stütze.

Kräftige Beine und ein gutes Gleichgewicht machen den Alltag sicherer. Hilfreiche Übungen finden Sie im Beitrag Stürze vermeiden. Mehr zu unserem Angebot für ältere Menschen lesen Sie auf der Seite Physiotherapie im Alter.

Wann Sie zum Arzt sollten

Die Diagnose einer Spinalkanalstenose stellt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Lassen Sie Rückenschmerzen mit Beschwerden in den Beinen ärztlich abklären, besonders wenn sie neu sind oder zunehmen. Sofort ärztliche Hilfe brauchen Sie bei diesen Warnzeichen:

  • zunehmende Schwäche oder Lähmung in einem oder beiden Beinen,

  • Taubheit im Genital- oder Gesäßbereich,

  • Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang,

  • Stürze, weil die Beine plötzlich nachgeben.

Bei Lähmungen oder Störungen von Blase und Darm rufen Sie den Rettungsdienst unter 112.

Häufige Irrtümer

  • „Mit Spinalkanalstenose sollte ich mich schonen.“ Angepasste Bewegung ist meist hilfreicher als Schonung.

  • „Gerade stehen ist immer gut.“ Bei einer Spinalkanalstenose ist eine leicht gebeugte Haltung oft angenehmer.

  • „Übungen müssen wehtun, damit sie wirken.“ Übungen sollten sich gut anfühlen. Schmerz ist ein Signal zum Pausieren.

Wie wir Sie in Quakenbrück unterstützen

Hat Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Physiotherapie verordnet, stellen wir in der Krankengymnastik ein Übungsprogramm passend zu Ihrem Alltag zusammen. Der Schlingentisch kann den Rücken bei Übungen entlasten, Wärme kann die Muskulatur lockern. Unsere Praxis am Heckenweg 1 erreichen Sie über einen Treppenlift. Ist der Weg zu schwer, kommen wir auf Verordnung auch nach Hause.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einer Spinalkanalstenose ist der Wirbelkanal eingeengt.

  • Typisch sind Beinbeschwerden beim Gehen, die im Sitzen nachlassen.

  • Sanfte Übungen mit leicht gebeugtem Rücken werden oft gut vertragen.

  • Kurze Wege mit Pausen und ein Rollator können den Alltag erleichtern.

  • Lähmungen oder Blasen- und Darmprobleme sofort abklären lassen.

Häufig gestellte Fragen

Welche Übungen sind bei Spinalkanalstenose geeignet?

Oft eignen sich Übungen mit leicht gebeugtem Rücken, zum Beispiel Knie zur Brust oder Radfahren. Welche Übungen für Sie passen, klären Sie am besten mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Physiotherapie.

Darf ich mit Spinalkanalstenose spazieren gehen?

Ja, Gehen bleibt wichtig. Planen Sie Pausen ein und gehen Sie lieber öfter kurze Strecken.

Hilft ein Rollator?

Viele Menschen gehen mit Rollator länger, weil sie sich leicht nach vorn beugen können. Ob ein Rollator für Sie sinnvoll ist, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Quellen und weiterführende Informationen

Sie haben eine Verordnung oder Fragen zu Übungen bei Spinalkanalstenose? Rufen Sie uns an unter 01523 1607701 oder senden Sie eine Terminanfrage.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Verordnung.

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