Beschwerden & Behandlung
Frozen Shoulder: Phasen und Physiotherapie
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Bei einer Frozen Shoulder wird die Schulter erst schmerzhaft, dann steif. Wir erklären die typischen Phasen, passende Übungen und wie Physiotherapie Sie begleiten kann.
Bei einer Frozen Shoulder entzündet sich die Gelenkkapsel der Schulter und zieht sich zusammen. Die Schulter wird erst schmerzhaft, dann zunehmend steif. Häufig löst sich die Steife über Monate wieder. Physiotherapie mit Übungen, die an die jeweilige Phase angepasst sind, kann diesen Weg begleiten.
Sie können den Arm kaum noch heben, das Anziehen einer Jacke wird zur Mühe und nachts tut die Schulter weh? Dann kann eine Frozen Shoulder dahinterstecken. Auf Deutsch heißt sie Schultersteife, Fachleute sprechen auch von adhäsiver Kapsulitis. Die Erkrankung betrifft häufig Menschen zwischen 40 und 60 Jahren. In diesem Beitrag erklären wir die typischen Phasen, welche Übungen helfen können und wie wir Sie in der Physiotherapie begleiten.
Was ist eine Frozen Shoulder?
Das Schultergelenk ist von einer Gelenkkapsel umgeben. Bei einer Schultersteife entzündet sich diese Kapsel, verdickt sich und schrumpft. Dadurch hat das Gelenk weniger Spielraum. Vor allem das Drehen des Arms nach außen und das Heben zur Seite werden schwierig.
Mögliche Ursachen
Oft entsteht eine Schultersteife ohne erkennbaren Anlass. Manchmal folgt sie auf eine Verletzung, eine Operation oder eine längere Ruhigstellung der Schulter. Menschen mit Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen sind häufiger betroffen. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt.
Die drei Phasen
Der Verlauf wird meist in drei Phasen beschrieben, die fließend ineinander übergehen:
Schmerzphase (Einfrierphase): Die Schulter tut zunehmend weh, auch in Ruhe und nachts. Die Beweglichkeit nimmt langsam ab.
Steifephase: Die Schmerzen lassen nach, die Schulter ist aber deutlich eingeschränkt. Viele Alltagsbewegungen fallen schwer.
Auftauphase: Die Beweglichkeit kehrt schrittweise zurück.
Wie lange die Phasen dauern, lässt sich nicht genau vorhersagen. Häufig bessern sich die Beschwerden innerhalb einiger Monate deutlich. Viele haben nach ein bis zwei Jahren kaum noch Beschwerden. Bei anderen dauert es länger. Jeder Verlauf ist anders. Lassen Sie sich deshalb nicht von Berichten anderer verunsichern.
Frozen Shoulder: Übungen für zu Hause
Welche Übungen passen, hängt von der Phase ab. In der Schmerzphase gilt: lieber sanft und schmerzarm als viel und kräftig. Zu starke Dehnung kann die Schmerzen verstärken. Später darf die Bewegung etwas intensiver werden. Sprechen Sie die Übungen mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder uns ab.
Pendeln: Stützen Sie sich mit dem gesunden Arm auf einen Tisch. Lassen Sie den betroffenen Arm locker hängen und kleine Kreise oder Pendelbewegungen machen. Etwa eine Minute.
Tischrutschen: Setzen Sie sich an einen Tisch und legen Sie den Unterarm auf ein Handtuch. Schieben Sie die Hand langsam nach vorn und wieder zurück. Zehnmal.
Wandkrabbeln: Stellen Sie sich vor eine Wand und lassen Sie die Finger langsam nach oben wandern. Nur so weit, wie es angenehm ist.
Außendrehen mit Stab: Halten Sie einen Stab mit beiden Händen, die Ellenbogen am Körper. Schieben Sie den betroffenen Arm mit dem gesunden sanft nach außen. Zehnmal.
Üben Sie lieber mehrmals am Tag kurz als einmal lange. Wärme vor den Übungen kann die Schulter lockern.
Wann Sie zum Arzt sollten
Schulterschmerzen können viele Ursachen haben, zum Beispiel einen Sehnenriss, eine Arthrose oder ausstrahlende Beschwerden vom Nacken. Lassen Sie eine schmerzhafte, steife Schulter deshalb ärztlich untersuchen. Sofort ärztliche Hilfe brauchen Sie, wenn Schulterschmerzen zusammen mit Brustschmerzen, Atemnot oder Übelkeit auftreten. Dann rufen Sie den Rettungsdienst unter 112.
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bespricht mit Ihnen auch, ob Medikamente gegen Schmerzen und Entzündung sinnvoll sind.
Häufige Irrtümer
„Ich muss durch den Schmerz hindurch dehnen.“ In der Schmerzphase kann das die Beschwerden verstärken. Sanft ist besser.
„Ich schone den Arm, bis alles vorbei ist.“ Völlige Schonung kann die Steife fördern. Bewegung im schmerzarmen Bereich ist wichtig.
„Bei allen dauert es gleich lange.“ Der Verlauf ist sehr unterschiedlich.
Wie wir Sie in Quakenbrück unterstützen
Mit einer ärztlichen Verordnung behandeln wir Sie in unserer Praxis am Heckenweg 1 in Quakenbrück. Wir passen die Behandlung an Ihre Phase an. Mit Manueller Therapie mobilisieren wir das Schultergelenk behutsam. In der Krankengymnastik üben wir Bewegungen für den Alltag und zeigen Ihnen ein kurzes Übungsprogramm für zu Hause. Ergänzend kann Wärmetherapie verordnet werden. Für viele Schulterdiagnosen gibt es seit Ende 2024 die Blankoverordnung, mehr dazu im Beitrag Blankoverordnung Schulter. Andere Ursachen von Schulterschmerzen beschreibt der Beitrag Schulterschmerzen.
Das Wichtigste in Kürze
Bei einer Frozen Shoulder schrumpft die Gelenkkapsel, die Schulter wird schmerzhaft und steif.
Der Verlauf hat meist drei Phasen und dauert oft viele Monate.
Übungen sollten zur Phase passen: in der Schmerzphase sanft.
Eine schmerzhafte, steife Schulter sollte ärztlich untersucht werden.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert eine Frozen Shoulder?
Das ist sehr unterschiedlich. Häufig bessern sich die Beschwerden innerhalb einiger Monate. Viele haben nach ein bis zwei Jahren kaum noch Beschwerden, bei manchen dauert es länger.
Wie oft sollte ich üben?
Mehrmals am Tag kurz ist meist besser als einmal lange. Wie viel für Sie passt, besprechen wir in der Behandlung.
Kann ich mit Frozen Shoulder arbeiten?
Das hängt von Ihrer Tätigkeit ab. Bei Arbeiten über Kopf oder schwerem Heben kann eine Pause nötig sein. Klären Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Kommt eine Frozen Shoulder wieder?
An derselben Schulter ist das selten. Manchmal ist später die andere Schulter betroffen.
Quellen und weiterführende Informationen
Sie haben eine steife Schulter und eine Verordnung erhalten? Rufen Sie uns an unter 01523 1607701 oder senden Sie eine Terminanfrage.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Verordnung.




